Pyramide des Erfolgs: Struktur und Grundlagen im Turnen
- Tugarec Sports
- vor 3 Tagen
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Die vier Säulen des Turntrainings
Im Turnen basiert alles auf vier grundlegenden Säulen: konditionellen Anforderungen (Kraft, Beweglichkeit), psychischen Fähigkeiten (Aufnahmefähigkeit, Konzentration, Disziplin), anatomischen Voraussetzungen und koordinativen Fähigkeiten (Körper- und Bewegungsgefühl).
Diese Grundlagen bauen sich schrittweise wie eine Pyramide auf. Zuerst müssen die Basics sitzen, bevor man Stück für Stück darauf aufbauen kann. Möchte man ein komplexes Element, wie zum Beispiel den Thomas Kreisel, erlernen, kann man dieses in einzelne Schritte zerlegen:

Ebene 1: Thomas Kreisel
Ebene 2: Kreisflanken, aktive Spreizfähigkeit
Ebene 3: Stützkraft (z.B. durch Stützen am Pauschenpferd oder Kreisflanken), Körpergefühl (Schultern verlagern, z.B. durch Kreisflanken mit Eimer), Spreizfähigkeit (z.B. Spagat), Spannung (z.B. Schiffchen)
Diese Struktur lässt sich noch feiner aufschlüsseln, soll aber die Denkweise verdeutlichen, die Trainer und Turner verinnerlichen sollten.
Daher beginnt das Training für Anfänger zunächst mit den Basics: Beweglichkeit, Kraft, Spannung und Koordination. Der Fokus liegt hierbei auf diesen Grundfertigkeiten, während das Gerätetraining anfangs noch eine untergeordnete Rolle spielt.
Je besser die turnerische Grundlage beherrscht wird, desto mehr Übungen können am Gerät erlernt werden. Fehlt einem Turner eine Fähigkeit auf einer tieferen Ebene der Pyramide, wie zum Beispiel die Beweglichkeit, kann es später bei Elementen wie Endo oder Stalder, die eine gute Grätsch Fähigkeit und Rumpfbeugung erfordern, zu Schwierigkeiten kommen. Das Überspringen von Schritten ist kaum möglich und führt selten zum Erfolg. Wer zu früh ein anspruchsvolles Element wie die Kippe versucht, wird feststellen, dass es ohne die notwendige Kraft, Beweglichkeit und das entsprechende Bewegungsgefühl nicht funktioniert.
Aufbau eines Trainings
Sobald die Basics gefestigt sind, wird das Gerätetraining schrittweise intensiviert.
Ein Training besteht grob aus folgenden Teilen:
0. Vor dem Training: Freies Turnen, Trampolin, Spielen, bis alle Anwesenden bereit sind.
1. Dehnung: 30 Minuten
2. Spannung und Handstände: 30 Minuten
3. Optionaler kleiner Wettkampf zur Motivation: (z.B. wer steht am längsten im Handstand) 10 Minuten
4. Gerätetraining: 30 Minuten
5. Krafttraining: 30 Minuten
6. Trampolin: 20 Minuten
Später, wenn die Grundlagen sicher beherrscht werden, nimmt der Anteil des Gerätetrainings zu, während Dehnung, Spannung und Handstände etwas reduziert werden, wobei diese Aspekte in jeder Leistungsklasse wichtig bleiben.
Es ist außerdem entscheidend, Prioritäten zu setzen und sich nicht auf zu viele Baustellen gleichzeitig zu konzentrieren, da die Zeit begrenzt ist und dies sonst frustrierend wirken kann. Lieber wenige Baustellen und dafür schneller das ein oder andere lernen. Also viele Baustellen und für alles ewig brauchen.